Geschichte

Das Knoblauchhaus in der Poststraße 23 im Berliner Nikolai-Viertel wurde 1759 bis 1761 von dem Nadlermeister Johann Christian Knoblauch gebaut und ist das einzige im alten Stadtkern Berlins original erhaltene Bürgerhaus des 18. Jahrhunderts.

170 Jahre befand es sich im Besitz der Familie, aus der angesehene Bürger hervorgegangen sind, wie der Stadtverordnete Karl Friedrich Knoblauch, der Stadtrat Carl Knoblauch, mehrere Architekten, als der bekannteste Eduard Knoblauch, dann der Gründer des Böhmschen Brauhauses Armand Knoblauch, oder der Vorsitzende des Kuratoriums der Unfallstation des Roten Kreuzes, Bernhard Knoblauch.

Ursprünglich im Rokokostil errichtet, wurde das Haus 1806 und 1835 umgebaut und renoviert und erhielt so seinen heutigen frühklassizistischen Charakter.

Seit Beginn dieses Jahrhunderts bis 1984 diente das Gebäude abwechselnd als Mietshaus und Verwaltungsgebäude. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in den Kellerräumen eine Gaststätte eingerichtet, die "Historischen Weinstuben", die ihren Namen von einem vor 1945 im Nikolai-Viertel gelegenen Lokal erhielt. Zu diesem Zweck mußte der Fußboden abgesenkt werden.
Bei der Rekonstruktion des Berliner Nikolai-Viertels als Beitrag des Bauwesens zum 750jährigen Jubiläum der Stadt wurde das Haus nach alten Vorlagen rekonstruiert und renoviert. Die Austattung des Inneren mit Möbeln, Bildern, Dokumenten und Gebrauchsgegenständen wurde hautsächlich von den lebenden Mitgliedern der weitverbreiteten Familien Knoblauch und Keibel gestiftet. Nun stand das Haus unter der Trägerschaft des Märkischen Museums, das hier ein Museum für "Berliner Aufklärung" mit der Dauerausstellung"Die Familie Knoblauch – Ein Beitrag zur Stadtgeschichte Berlins im 19. Jahrhundert"einrichtete.

Nach dem Fall der Mauer war die Museumslandschaft in Berlin durch die Umbruchsituation zunächst unübersichtlich und ungeordnet, die finanzielle Situation erschien desolat. Trotzdem gingen die Aktivitäten im Knoblauchhaus weiter.
Die Familie fand es jetzt viel einfacher, das Haus zu besuchen und begann unter diesen veränderten Bedingungen von neuem, sich für die eigene Vergangenheit zu interessieren.

Am 21. Juni 1992 gründete Paul Knoblauch, ein direkter Nachfahre der Berliner Knoblauchs, mit Familienmitgliedern und Freunden den Förderkreis Museum Knoblauchhaus. Der Zweck des Förderkreises war und ist die materielle und ideelle Unterstützung und Förderung des Museums durch Beiträge und Spenden, durch Schenkungen und Leihgaben. Gleichzeitig ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Träger des Museums, jetzt dem Stadtmuseum angestrebt, um die Aktivitäten des Museums durch die Gestaltung von Katalogen oder kleinere Ankäufe zu unterstützen.